CDU Südwestfalen
Besuchen Sie uns auf http://www.cdu-suedwestfalen.de

DRUCK STARTEN


Archiv
13.09.2013, 16:29 Uhr
„Nun sterben auch noch die Intensivstationen“
CDU: Krankenhausrahmenplan mit vielen weiteren Risiken für den ländlichen Raum

Aus dem Fieberschub ist längst eine heftige Infektion geworden: „Die Krankenhäuser sind krank“, analysiert die CDU-Fraktion im Regionalrat des Regierungsbezirks Arnsberg. Auf Antrag der Christdemokraten soll sich die am 17. September tagende Strukturkommission dem Thema „Krankenhausrahmenplan“ widmen. Dadurch soll insbesondere der Besuch von NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens beim Regionalrat vorbereitet werden.

 „Wir befürchten, dass der prognostizierte Bettenabbau von 14.000 Betten in erster Linie kleinere Häuser im ländlichen Raum in ihrer Existenz bedroht. Damit würde sich in Südwestfalen nach der schon erlebten Schließung einiger Krankenhäuser dieser Trend fortsetzen. Dies gefährdet unmittelbar die Organisation der Rettungsdienste in der Notfallmedizin, natürlich aber regelmäßig die wohnortnahe Versorgung der Menschen“, ist die CDU-Fraktion überzeugt.


Hinterfragt werden Details des Krankenhausrahmenplans, der neue Vorgaben zur Mindestgröße im Intensivbetten-Bereich macht. „Aktuell erfüllen 22 Prozent der Krankenhäuser in NRW diese neue Mindestgröße nicht“, hat die CDU recherchiert, um auf eine alarmierende Entwicklung hinzuweisen: „ Das hätte den Verlust der Intensivstationen zur Folge und bringt gerade in den ländlichen Räumen unlösbare Probleme für die Rettungsdienststrukturen mit sich“, formuliert Fraktionsvorsitzender Elmar Reuter (Olsberg).

Die schwierige Ertragssituation kleinerer Krankenhäuser hänge auch mit dem System der Fallpauschalen zusammen. Die daraus zwangsläufige Spezialisierung lasse sich vermutlich nur durch z.B. intensive Kooperation von Häusern in einer Region (statt Wettbewerb um den „letzten Patienten“), Anbindung an Experten-Teams (Telemedizin), oder konsiliarärztliche Tätigkeiten (Zweitmeinung) erreichen.

„Das vorhandene System der strikten Trennung von ambulanter und stationärer ärztlicher Versorgung muss nach unserer Auffassung aufgegeben werden. Nur so können insgesamt in beiden Bereichen qualitativ und wirtschaftlich funktionierende  Strukturen auch für Südwestfalen erreicht werden. Das Modell der medizinischen Versorgungszentren scheint geeignet, mindestens eine Flexibilisierung in diese Richtung tut not“, bekräftigt auch  der Vorsitzende des Regionalrats, Hermann-Josef Droege aus Siegen.

Reuter und Droege weisen auch auf weitere besorgniserregende Entwicklungen hin: „Insbesondere die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in den sozialen Diensten berichten von Überforderung angesichts steigender Zahlen älterer Patienten, die nach kurzer Verweildauer in den Krankenhäusern in unzureichende häusliche Verhältnisse entlassen werden. Wir brauchen dringend eine Entlass- und Überleitungsorganisation über die Behandlungspflege hinaus, damit die Bewältigung des Alltags und Selbständigkeit weitgehend erhalten bzw. wieder hergestellt werden können“ verdeutlichen sie.

Schließlich bleibe noch die Frage nach dem Ausbau der Palliativversorgung. Die diene dazu, die Lebensqualität schwerstkranker Patienten und ihrer Familien mit den vielen psychosozialen und interdisziplinären Aspekten aufzunehmen. „Dies über Fallpauschalen zu finanzieren, wie das die Krankenkassen meinen, verbietet sich von selbst.  Das zeigen schon die derzeitigen Folgen der so genannten „blutigen Entlassungen“, heißt es im Antrag der CDU.


aktualisiert von Guido Niermann, 13.09.2013, 17:31 Uhr